Chronik 2:  Auf in den Wettbewerb!

Ich hatte durch das Lesen diverser Fotozeitschriften, so unter anderem auch  in Foto Creativ , etwas von „Internationalen Salons“ gelesen, ohne überhaupt zu wissen, was das eigentlich ist. Also forderte ich mir dort erst einmal einige „Entry Forms“ an. Was jetzt noch fehlte, waren US Dollar und Diaduplikate. Die Dollar gab es noch zu einem reellen Preis bei der SPK (zu der Zeit  (Ende 1991) wollte noch nicht jeder, ohne viel Arbeit, an der Börse reich werden) und die Diaduplikate orderte ich im Fotogeschäft. Die Diaduplikate fielen, je nach Wetterlage, meistens schlecht aus, wiesen Staub und Kratzer auf und auch die Originale sahen bald genauso aus - hoffnungslos verschrammt vom vielen Hin und Her durch die Reklamationen -. So konnte ein einziger Auftrag in einem Fotofachgeschäft die Arbeit eines ganzen Wochenendes zunichte machen.

Im April 1992 begann ich dann damit, meine Dias und Fotos zu Internationalen Salons zu schicken. Ich hatte keinen blassen Schimmer von dem,  was da und wie das abläuft. Diesen bekam ich dann mit dem Eintreffen der Kataloge. Jetzt erst erkannte ich das doch  sehr hohe Niveau der Bilder. Lernte dadurch mit der Zeit das „Sehen“, was dann wiederum auch meinen Bildern zugute kam und mich weiter nach vorn brachte. Im Spätsommer war es dann so weit, beim Algarve Salon in Portugal gab es die erste Annahme. Ausgerechnet für „Dreaming“, ein Porträt meiner Frau. Es wurde wohl deshalb angenommen, weil es etwas von der Norm abwich und somit zum "Hingucker" wurde. Diese Tatsache verstärkte das ohnehin schon bestehende Interesse an die experimentelle Fotografie und so wurde im Labor vieles ausprobiert und reichlich Erfahrung gesammelt. "Magic Bird" war  z.B. so entstanden, dass ein Farbdia mit einem gleichen auf Lithfilm umkopierten SW-Dia als Sandwich kombiniert wurde. Dann gab es für diese Art von Arbeiten auch bald die ersten Medaillen. Das ging so lange, bis auch hier mit der Zeit das Labor immer mehr in den Hintergrund trat und durch den Computer ersetzt wurde. Eigentlich viel zu schnell, aber es gab keine Alternative, um relativ einfach zu außergewöhnlichen Bildern zu kommen. (Warum weiter stundenlang mit ungewissem Ausgang in der Chemie panschen, wenn das Gleiche am Bildschirm komfortabler gemacht werden kann?) Natürlich ist es ungerecht, diese mit oft wenig Aufwand geschaffenen Werke, den Bildern, die auf  konventionelle Weise geschaffenen wurden, gegenüber zu stellen. Müssen letztere doch von Anfang an "stimmen",  während bei den digitalen immer wieder neuere Arrangements probiert werden können bis sie stimmig sind.

Aber eine Trennung (in konventionell und digital) kommt auch für mich nicht in Frage, da diese nicht möglich ist und  hier Tür und Tor für Schummeleien geöffnet würden.

Heute bin ich mir sicher, mich richtig (für den PC) entschieden zu haben, der Erfolg spricht dafür. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass das „gute alte Foto“ eine Renaissance erleben wird.  Und zwar spätestens dann, wenn diese vielen hochgestylten und leblosen Bilder  nur noch Perfektion zum Ausdruck bringen. Spätestens dann  wird das Foto die ihm gebührende Stellung durch seine  natürliche Lebendigkeit und Ausdruckskraft zurückgewinnen.

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Einige Ausstellungskataloge

Randbemerkungen

Ich trat dann auch im DVF, der IIWF und der PSA ein und lernte dadurch nicht nur die Namen schätzen, sondern viele Menschen auch kennen die dahinter stehen. Zum anderen machte ich Bekanntschaft mit mehr als 40 Models, habe Tausende von Dias im Archiv und bin doch immer noch rastlos und auf der Suche nach neuen Motiven und Modellen. Immer mit dem Ziel, das ultimative Foto zu schaffen, das alles bisherige übertrifft.

Titelsucht!

In diesem Jahr (2000) bekam ich meinen AFIAP-Titel, über den ich mich freute, da dieser nicht ohne einen gewissen „Leistungsstandard“ vergeben wird. Das PSA Sterne System finde ich bis zum „5.Star“ auch noch OK. Wenn es dann aber mit „Galaxien“ weiter geht, wird es doch langsam lächerlich. Ebenso die vielen Titel die z.B. in Asien vergeben werden und den Namen dann mit Kürzeln überhäufen, von denen sowieso keiner mehr weiß, was sie bedeuten. Weniger könnte auch hier mehr sein!

Erfahrung!

Das man keine Aktfotos in ein moslemisches Land, wie den Iran oder Pakistan verschickt, versteht sich von selbst. Aber das ein noch nicht mal sehr freizügiges Bild in den USA in Ungnade fällt, konnte ich am Anfang nicht verstehen. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, hatte ich mehr Toleranz erwartet, nicht diese Doppelmoral. Mit der Zeit lernt man es aber, damit umzugehen, ohne seinen Stil zu ändern, man wählt nur anders aus. (Statt einem Rasse-Girl lieber die Katze vom Nachbarn und beim Porträt nur alte Menschen oder Kinder.)

Was mir ebenfalls Sorgen macht, ist der enorme Anstieg des Dollarkurses. Wenn das so weiter geht, wird  eines Tages nicht mehr derjenige ausgezeichnet, der die besseren Bilder macht, sondern der sich die hohen Gebühren leisten kann. Ganz zu schweigen von den weltweit teuersten Portokosten (hier musste wohl in kürzester Zeit das Geld für den Aufbau der Briefzentren hereinkommen). Außerdem stört es mich enorm, dass gerade im Euroland in der Regel nicht in dieser gemeinsamen Währung, sondern in US$ bezahlt werden muss.

Ohne einen gewissen Ehrgeiz geht es sicher nicht, aber man sollte dabei nie vergessen, das auch andere, vielleicht sogar besser, fotografieren können. Um sich da abzuheben, sollte man seinen eigenen Stil finden und diesen stetig verbessern und verfeinern.

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Alle hier gezeigten Bilder: Copyright © Alexander Hochhaus 1992-2007
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